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OnlyFans Steuern in Deutschland: Der Leitfaden

OnlyFans Steuern in Deutschland: Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Kleinunternehmerregelung, Gewerbeanmeldung und DAC7 — was Creator wirklich zahlen müssen.

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Das Wichtigste in 30 Sekunden: Ja, OnlyFans-Einnahmen sind in Deutschland steuerpflichtig — in aller Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb (§ 15 EStG). Fällig werden Einkommensteuer, meist auch Umsatzsteuer (falls du nicht Kleinunternehmer bist) und ab einem Gewerbeertrag von 24.500 € Gewerbesteuer. Seit 2023 meldet OnlyFans deine Daten unter der DAC7-Richtlinie automatisch an die deutschen Behörden — verheimlichen geht also nicht mehr. Wer sauber startet, meldet ein Gewerbe an, führt einfache Buchhaltung und prüft die Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG, Stand 2026: 25.000 € Vorjahr / 100.000 € laufendes Jahr).

Dies ist keine Steuerberatung. Dieser Artikel gibt dir eine strukturierte Orientierung zum deutschen Steuerrecht rund um OnlyFans — Stand 2026. Für deinen individuellen Fall (Gewinnermittlung, Umsatzsteuer, Auslandsbezug, Reverse-Charge, EU-Regelungen) ersetzt er keinen Steuerberater. Steuergesetze ändern sich; bitte prüfe konkrete Beträge und Paragrafen zusätzlich bei einer offiziellen Quelle oder in einer Beratung.

Du verdienst mit OnlyFans Geld — oder du überlegst gerade, damit anzufangen — und die Standardfrage im deutschen Kopf ist: Was will das Finanzamt davon? Die Antwort ist nicht kompliziert, wenn man sie einmal sauber gelernt hat. In diesem Guide bekommst du sie: welche Steuern anfallen, ab wann, was du absetzen kannst, und warum du OnlyFans-Einnahmen seit 2023 nicht mehr am Finanzamt vorbeischleusen kannst. Wenn du erstmal verstehen willst, wie Abos, Trinkgeld und PPV grundsätzlich funktionieren, lies vorher unseren Grundlagen-Guide Wie funktioniert OnlyFans?.

Der Guide ist so aufgebaut, wie du eine Meldung tatsächlich durchgehst — Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung, Gewerbe, DAC7, Ausgaben, Wechselkurs, Buchhaltung. Am Ende findest du die häufigsten Fragen zusammengefasst.

Muss man OnlyFans-Einnahmen in Deutschland überhaupt versteuern?

Sind OnlyFans-Einnahmen in Deutschland steuerpflichtig?

Ja. Wer in Deutschland lebt und auf OnlyFans Geld verdient, muss diese Einnahmen im Rahmen der Einkommensteuererklärung angeben — unabhängig davon, ob das Geld auf ein deutsches oder ausländisches Konto fließt, ob es in Euro oder US-Dollar ausgezahlt wird und ob es „nebenbei“ läuft. Das ist keine Grauzone: OnlyFans-Einnahmen sind Einkünfte im Sinne des EStG.

Die Grenzen, auf die es ankommt

Vier Beträge entscheiden, welche Steuer überhaupt anfällt. Sie gelten nebeneinander, nicht nacheinander — die Umsatzgrenzen betreffen die Umsatzsteuer, der Grundfreibetrag die Einkommensteuer.

Grundfreibetrag Einkommensteuer (ca.) 12.000 €
Gewerbesteuer-Freibetrag 24.500 €
Kleinunternehmer: Umsatz Vorjahr 25.000 €
Kleinunternehmer: Umsatz laufendes Jahr 100.000 €

§ 19 UStG, § 11 GewStG · Stand 2026 — keine Steuerberatung.

Die Kleinunternehmerregelung im Gesetzestext: § 19 UStG.

Die Kleinunternehmerregelung im Gesetzestext: § 19 UStG. (Screenshot: gesetze-im-internet.de)

Ab welchem Betrag muss man OnlyFans-Einnahmen versteuern?

Es gibt keinen Freibetrag speziell für OnlyFans. Steuerpflichtig ist grundsätzlich der erste Euro Gewinn. In der Praxis fällt Einkommensteuer aber erst an, wenn dein zu versteuerndes Gesamteinkommen den Grundfreibetrag übersteigt — der liegt Stand 2026 bei rund 12.000 € pro Person und wird jedes Jahr angepasst. Melden musst du deine OnlyFans-Einnahmen trotzdem, auch wenn du unter dem Freibetrag bleibst.

Was passiert, wenn du OnlyFans-Einnahmen nicht angibst?

Das ist Steuerhinterziehung — und dank DAC7 (dazu gleich mehr) hat das Finanzamt deine Zahlen längst. Kanzleien berichten seit 2024/2025 von einer klaren Welle an Ermittlungsverfahren gegen OnlyFans-Creator, die frühere Jahre nicht angegeben haben. Wer aus Unwissenheit versäumt hat, Einnahmen zu erklären, kann in vielen Fällen mit einer freiwilligen Selbstanzeige straffrei bleiben — dafür brauchst du aber Beratung, das solltest du nicht allein machen.

DAC7: Warum das Finanzamt deine OnlyFans-Einnahmen längst kennt

Was ist DAC7 und was hat OnlyFans damit zu tun?

DAC7 ist eine EU-Richtlinie, die Plattformbetreiber zur Meldung ihrer Anbieter verpflichtet. In Deutschland wurde sie als Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) umgesetzt. OnlyFans zählt eindeutig zu den meldepflichtigen Plattformen — genauso wie Airbnb, Etsy, Vinted oder Uber.

Seit wann meldet OnlyFans Einnahmen an deutsche Behörden?

DAC7 ist seit dem 1. Januar 2023 in Kraft. Die erste große Meldewelle betraf das Jahr 2023, übermittelt Anfang 2024. Laut Tagesschau-Bericht vom Juli 2025 sind über 6.000 DAC7-Datensätze an deutsche Finanzämter geflossen — inklusive OnlyFans-Creator.

Welche Daten übermittelt OnlyFans an das Finanzamt?

Die Plattform meldet unter anderem Name, Anschrift, Steuer-ID, Bankverbindung und die Jahreseinnahmen ihrer aktiven Creator an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Von dort werden die Datensätze an das für dich zuständige Finanzamt weitergegeben. Die Meldung muss jeweils bis zum 31. Januar des Folgejahres erfolgen.

Kann man DAC7 umgehen?

Nein — und der Versuch macht die Sache nur schlimmer. Wenn du auf OnlyFans falsche Angaben machst oder deine Auszahlungen über Mittelsmänner laufen lässt, kommen zusätzlich Vorwürfe wie Geldwäsche oder Urkundenfälschung dazu. Der ehrliche Weg ist einfacher, günstiger und schneller. Wie DAC7 konkret bei der Auszahlung greift, erklären wir im Guide OnlyFans Auszahlung.

Welche Einkunftsart sind OnlyFans-Einnahmen?

Sind OnlyFans-Einnahmen Einkünfte aus Gewerbebetrieb?

In den allermeisten Fällen: ja. Wer regelmäßig, nachhaltig und mit Gewinnabsicht Content produziert und verkauft, erfüllt die Merkmale eines Gewerbebetriebs nach § 15 EStG. Das gilt auch, wenn du OnlyFans nur nebenberuflich machst.

Kann OnlyFans eine sonstige Leistung nach § 22 EStG sein?

Theoretisch ja — nämlich dann, wenn es sich um eine wirklich einmalige, gelegentliche Einnahme handelt. Sobald du aber ein Profil aufsetzt, regelmäßig postest und Abos verkaufst, läuft das in der Praxis als Gewerbe. Verlass dich hier nicht auf Bauchgefühl; kläre die Einordnung mit einem Steuerberater ab.

Zählt OnlyFans als selbstständige Tätigkeit (Freiberufler)?

Nein. Freie Berufe sind in § 18 EStG abschließend genannt (Ärzte, Anwälte, Journalisten, Künstler u. a.). OnlyFans-Content fällt nach herrschender Meinung nicht darunter — der klare Regelfall bleibt: Gewerbe.

Einkommensteuer auf OnlyFans-Einnahmen

Wie viel Einkommensteuer zahlst du auf OnlyFans-Einnahmen?

Die Einkommensteuer ist progressiv: Sie beginnt oberhalb des Grundfreibetrags mit rund 14 % Eingangssteuersatz und steigt bis zum Spitzensteuersatz von 42 %. Ab einem sehr hohen Einkommen greift zusätzlich die sogenannte Reichensteuer (45 %). Auf welche Stufe du fällst, hängt von deinem gesamten Jahreseinkommen ab — nicht nur den OnlyFans-Anteil.

Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?

Der Grundfreibetrag wird jährlich angepasst und liegt Stand 2026 in der Größenordnung von etwa 12.000 € pro Person. Bis zu diesem Betrag fällt keine Einkommensteuer an. Prüfe die genaue Zahl für dein Steuerjahr aktuell beim Bundesfinanzministerium oder in einer Steuersoftware — diese Beträge werden regelmäßig verschoben.

Zählt Kindergeld, Elterngeld oder Bafög zum steuerpflichtigen Einkommen?

Kindergeld nicht, Elterngeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt (es erhöht deinen Steuersatz auf das übrige Einkommen, ohne selbst versteuert zu werden), Bafög ist steuerfrei. Für die Berechnung deiner Einkommensteuer auf OnlyFans-Einnahmen ist das wichtig — vor allem für Studierende und junge Eltern, die nebenher starten.

Umsatzsteuer und Kleinunternehmerregelung

Musst du auf OnlyFans-Einnahmen Umsatzsteuer zahlen?

Grundsätzlich ja: OnlyFans-Content ist eine sonstige Leistung im Sinne des UStG. In der Praxis ist die Frage bei OnlyFans allerdings kompliziert, weil die Plattform im EU-Ausland sitzt und rechtlich als „Deemed Supplier“ auftritt — nach dem EuGH-Urteil Fenix schuldet die Plattform in vielen Konstellationen selbst die Umsatzsteuer an den Endkunden. Ob und wie du in Deutschland Umsatzsteuer abführen musst (Regelbesteuerung, Reverse-Charge, Kleinunternehmerregelung), gehört zu den Themen, bei denen ein Beratungstermin die 100–200 € Honorar wert ist.

Was ist die Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG?

Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von der Pflicht, Umsatzsteuer auf deinen Rechnungen auszuweisen und ans Finanzamt abzuführen. Im Gegenzug darfst du auch keine Vorsteuer aus deinen Ausgaben ziehen. Für viele Creator, die klein starten und wenig teure Technik anschaffen, ist das der einfachste Weg.

Welche Umsatzgrenzen gelten 2026 bei der Kleinunternehmerregelung?

Seit dem 1. Januar 2025 gelten neue, deutlich höhere Grenzen — und die bleiben laut aktueller Rechtslage auch 2026 gültig: Vorjahresumsatz maximal 25.000 €, laufender Jahresumsatz maximal 100.000 €. Beide beziehen sich auf den Gesamtumsatz (nicht den Gewinn) und sind netto zu verstehen.

Was passiert, wenn du die 100.000 € im laufenden Jahr überschreitest?

Neu seit 2025 ist die 100.000-€-Grenze eine harte Grenze: Sobald du sie überschreitest, fällst du ab diesem Umsatz aus der Kleinunternehmerregelung und musst regelbesteuern. Das bedeutet Umsatzsteuer-Voranmeldungen, USt-ID und die Pflicht, deine Kalkulation anzupassen.

Solltest du als OnlyFans-Creator auf die Kleinunternehmerregelung verzichten?

Manchmal ja — nämlich dann, wenn du hohe Investitionen (Kamera, Beleuchtung, PC, Software) tätigst und dir die Vorsteuer zurückholen willst. Auch wer sicher weiß, dass er die 25.000-€-Grenze bald reißen wird, kann direkt regelbesteuern, um später keinen Wechsel-Aufwand zu haben. Diese Entscheidung gehört auf den Tisch eines Steuerberaters.

Gewerbeanmeldung und Gewerbesteuer

Musst du für OnlyFans ein Gewerbe anmelden?

Wenn deine Tätigkeit gewerblich ist — was der Regelfall ist —, brauchst du eine Gewerbeanmeldung beim örtlichen Ordnungs- oder Gewerbeamt. Als Tätigkeit wird oft „Content-Erstellung / Betrieb von Social-Media-Kanälen“ oder „Online-Dienstleistungen“ eingetragen. Der Zusatz „Erotik“ ist nicht zwingend — sprich vorher mit dem Amt oder einer Beratung, was für dich sinnvoll ist.

Was kostet die Gewerbeanmeldung?

Je nach Kommune zwischen etwa 15 € und 65 €. Ein einmaliger Vorgang. Danach bekommst du eine Gewerbeanzeige, deren Kopie ans Finanzamt und (je nach Bundesland) an die IHK geht.

Was ist der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung?

Nach der Gewerbeanmeldung schickt dir das Finanzamt (heute meist digital über ELSTER) den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Darin gibst du unter anderem an, welche Umsätze du erwartest, ob du die Kleinunternehmerregelung nutzen willst und wie du deinen Gewinn ermitteln möchtest (Einnahmen-Überschuss-Rechnung reicht in fast allen Fällen). Auf Basis dieses Fragebogens bekommst du deine Steuernummer für das Gewerbe.

Ab wann zahlst du Gewerbesteuer?

Gewerbesteuer fällt erst an, wenn dein Gewerbeertrag den Freibetrag nach § 11 Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 GewStG übersteigt — für natürliche Personen und Personengesellschaften sind das 24.500 € pro Jahr. Darunter zahlst du null. Darüber hängt die Höhe vom Hebesatz deiner Gemeinde ab; zusätzlich wird die Gewerbesteuer weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet, sodass die reale Belastung für kleine Betriebe überschaubar bleibt.

Musst du dich beim Gewerbeamt „outen“?

Die Gewerbeanmeldung ist ein Verwaltungsakt und wird nicht öffentlich ausgehängt. Trotzdem ist das Thema für viele der psychologisch schwierigste Punkt. Wer aus Diskretionsgründen gar nicht als reale Person auftreten will, wählt heute zunehmend den KI-Weg — dazu unten mehr.

Was kannst du bei OnlyFans steuerlich absetzen?

Welche Ausgaben sind Betriebsausgaben?

Betriebsausgaben mindern deinen Gewinn und damit deine Steuer. Als Faustregel gilt: alles, was klar und überwiegend beruflich veranlasst ist und durch Rechnung belegt werden kann. Bei OnlyFans-Creatorn läuft das erfahrungsgemäß auf folgende Kategorien hinaus:

  • Technik: Kamera, Objektive, Mikrofon, Ringlicht, PC, Handy (anteilig).
  • Software & Tools: Foto-/Video-Software, Cloud-Speicher, Buchhaltungs-Tool.
  • Marketing: Social-Media-Werbung, Grafik-Dienstleister, Fotograf.
  • Arbeitszimmer / Homeoffice-Pauschale (bei erfüllten Voraussetzungen).
  • OnlyFans-Provision: Die 20 % Plattformgebühr sind eine klare Betriebsausgabe.
  • Steuerberater und Fachliteratur.

Zählt die OnlyFans-Provision als Betriebsausgabe?

Ja — die 20 % Provision, die OnlyFans einbehält, sind aus deiner Sicht ein Aufwand, der deinen Gewinn mindert. Wichtig ist, dass du die vollen Brutto-Einnahmen (100 %) als Einnahme buchst und die Provision (20 %) getrennt als Ausgabe. Bruttolisten aus dem OnlyFans-Backend sind dafür deine Belege.

Kannst du Kosmetik, Kleidung und Fitness absetzen?

Hier wird es dünn: Klassische Alltagskleidung und Kosmetik sind nach ständiger Rechtsprechung keine Betriebsausgabe — auch dann nicht, wenn du sie „für Content“ nutzt. Anders sieht es bei eindeutig beruflicher Ausstattung aus (z. B. Outfits, die du nur im Set trägst, Requisiten). Fitness-Studio-Beiträge sind in der Regel Privatvergnügen, selbst wenn Fitness Teil deiner Marke ist. Auch das gehört auf den Tisch eines Beraters — versuche nicht, hier kreativ zu werden, das ist ein klassischer Prüferpunkt.

Kannst du eine Reise zum Content-Shooting absetzen?

Nur, wenn sie überwiegend beruflich ist — mit klar dokumentiertem Shooting-Plan, Terminen, Ergebnissen. Die klassische „Content-Reise“ mit Freundin, die nebenbei ein paar Fotos liefert, hält das Finanzamt nicht durch. Die 90/10-Regel (privat/beruflich) ist ein grober Kompass, keine Garantie.

Auszahlung in US-Dollar: Wechselkurs und Meldung

In welcher Währung musst du OnlyFans-Einnahmen versteuern?

OnlyFans zahlt standardmäßig in US-Dollar aus. Für die deutsche Steuer wird alles in Euro umgerechnet. Maßgeblich ist grundsätzlich der Kurs am Tag der Vereinnahmung — also des Zuflusses auf dein Konto oder E-Wallet.

Welcher Wechselkurs ist maßgeblich?

In der Praxis akzeptieren die Finanzämter für vereinfachte Buchführungen den vom BMF veröffentlichten Monatsdurchschnittskurs — das erspart dir, jede Auszahlung tagesgenau umzurechnen. Wenn du regelmäßige Auszahlungen hast, ist das der pragmatischste Weg; dokumentiere die Methode konsistent für das ganze Jahr.

Aufzeichnungspflicht und Buchhaltung

Welche Belege musst du aufbewahren?

Alles, was Einnahmen oder Ausgaben belegt: Screenshots der OnlyFans-Payouts, Kontoauszüge, Rechnungen für Kamera und Software, Verträge mit Foto-/Video-Dienstleistern. Aufbewahrungsfrist für Belege liegt in der Regel bei bis zu 10 Jahren — auch digital, sofern revisionssicher.

Reicht eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR)?

Für die meisten OnlyFans-Creator: ja. Solange dein Umsatz unter den Grenzen für die Buchführungspflicht liegt (aktuell 800.000 € Umsatz bzw. 80.000 € Gewinn), reicht die EÜR — eine simple Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben. Das kannst du in jedem einfachen Buchhaltungs-Tool machen.

Wie oft musst du Umsatzsteuer-Voranmeldungen abgeben?

Wenn du nicht Kleinunternehmer bist, in der Regel monatlich oder quartalsweise — das legt das Finanzamt nach deinem Vorjahresumsatz fest. Zusätzlich kommt einmal jährlich die Umsatzsteuer-Jahreserklärung.

Wann brauchst du einen Steuerberater?

Lohnt sich ein Steuerberater für OnlyFans-Creator?

Bei OnlyFans klar: In den meisten Fällen ja. Die Kombination aus Auslandsbezug (Plattform außerhalb Deutschlands), Umsatzsteuerthemen, DAC7 und der psychologisch heiklen Branche macht einen Berater fast zur Pflicht — spätestens ab dem ersten Jahr mit ernsthaftem Umsatz. Such dir jemanden, der schon andere Creator betreut hat.

Was kostet ein Steuerberater für OnlyFans-Einnahmen?

Für eine einfache EÜR mit Umsatzsteuer und Einkommensteuererklärung liegen die Honorare typischerweise im Bereich von wenigen hundert bis niedrigen vierstelligen Euro-Beträgen pro Jahr, abhängig von Umsatz und Aufwand. Das ist eine klassische Betriebsausgabe — also selbst wieder steuermindernd.

Was, wenn du bereits Jahre nicht gemeldet hast?

Nicht panisch werden — aber auch nicht abwarten. Der ehrliche Weg ist eine strafbefreiende Selbstanzeige, und die muss inhaltlich und formal korrekt sein, sonst wirkt sie nicht. Das ist kein DIY-Projekt: Sprich mit einer auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kanzlei. Der größere Fehler ist, nichts zu tun.

Für die Einordnung als Influencer generell — nicht nur OnlyFans — haben wir einen eigenen Guide: Influencer Steuern in Deutschland. Und wenn du dich fragst, was am Ende real übrig bleibt (nach Steuern und Provision), lies unseren OnlyFans Verdienst-Guide.

Anonym bleiben — auch gegenüber der eigenen Familie? Immer mehr Creator bauen ihre OnlyFans-Marke ohne eigenes Gesicht auf — als virtuelle Persona per KI. Die Steuerpflicht bleibt (der Gewinn ist deiner), aber die öffentliche Identität kannst du damit komplett abkoppeln. Wie das geht, zeigt der Weg OnlyFans Geld verdienen ohne Gesicht — und wenn du selbst eine solche Persona aufbauen willst, gibt es dafür einen eigenen Guide: KI-Influencer erstellen.

Die DAC7-Meldepflicht digitaler Plattformen – offiziell vom Bundeszentralamt für Steuern.

Die DAC7-Meldepflicht digitaler Plattformen – offiziell vom Bundeszentralamt für Steuern. (Screenshot: bzst.de)

Häufig gestellte Fragen

Muss ich OnlyFans-Einnahmen in Deutschland versteuern?

Ja. Wer in Deutschland steuerpflichtig ist, muss OnlyFans-Einnahmen im Rahmen der Einkommensteuererklärung angeben — in aller Regel als Einkünfte aus Gewerbebetrieb nach § 15 EStG. Ausland des Auszahlungskontos oder Auszahlung in US-Dollar ändern daran nichts.

Ab welchem Betrag muss ich OnlyFans-Einnahmen melden?

Ab dem ersten Euro. Ein Freibetrag speziell für OnlyFans existiert nicht. Was existiert, ist der Grundfreibetrag der Einkommensteuer (Stand 2026 rund 12.000 € pro Person) — bis dahin fällt zwar keine Einkommensteuer an, aber melden musst du trotzdem.

Weiß das Finanzamt automatisch von meinen OnlyFans-Einnahmen?

Seit 2023: ja. Über die DAC7-Richtlinie (in Deutschland als PStTG umgesetzt) meldet OnlyFans jährlich Name, Anschrift, Steuer-ID, Bankdaten und Einnahmen aller aktiven Creator an das Bundeszentralamt für Steuern. Von dort gehen die Datensätze an dein Finanzamt.

Welche Steuern fallen auf OnlyFans-Einnahmen an?

Einkommensteuer (immer), Umsatzsteuer (falls du nicht unter die Kleinunternehmerregelung fällst) und Gewerbesteuer (ab einem Gewerbeertrag von 24.500 € pro Jahr). Sozialabgaben sind ein eigenes Thema — Selbstständige kümmern sich selbst um Kranken- und Rentenversicherung.

Was gilt 2026 als Kleinunternehmer nach § 19 UStG?

Stand 2026: Der Umsatz im Vorjahr darf 25.000 € nicht überschritten haben, im laufenden Jahr darf er 100.000 € nicht überschreiten. Beides netto. Die 100.000-€-Grenze ist seit 2025 eine harte Grenze — sobald du sie überschreitest, fällst du sofort aus der Regelung.

Muss ich ein Gewerbe anmelden, wenn ich OnlyFans mache?

In den allermeisten Fällen ja. Wer regelmäßig und mit Gewinnabsicht Content verkauft, betreibt ein Gewerbe im Sinne der Gewerbeordnung. Die Anmeldung kostet je nach Kommune 15–65 € und ist ein einmaliger Vorgang.

Kann ich OnlyFans-Ausgaben steuerlich absetzen?

Ja — als Betriebsausgaben. Anerkannt sind vor allem Technik, Software, Marketing, die 20 % OnlyFans-Provision, Steuerberater und Fachliteratur. Alltagskleidung, Kosmetik und Fitness lässt das Finanzamt in der Regel nicht durchgehen, egal wie du argumentierst.

Was passiert, wenn ich OnlyFans-Einnahmen früher nicht angegeben habe?

Wenn du nachträglich saubere Verhältnisse schaffst, ist eine strafbefreiende Selbstanzeige oft möglich — muss aber inhaltlich vollständig und rechtzeitig sein. Das ist kein Fall für Bastelei; sprich mit einer auf Steuerstrafrecht spezialisierten Kanzlei. Warten ist die schlechteste Option.

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